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Maibrauch in Vilich-Müldorf

In Vilich-Müldorf wird heute noch ein Teil der ursprünglichen rheinischen Maibräuche gelebt.

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So wird alljährlich durch die Traditions-A-Jugend und der JSG die Veranstaltung „Tanz in den Mai” in der Mühlenbachhalle veranstaltet. Außerdem wird, wie fast im gesamten Rheinland, der Brauch des Liebesmaien (Maibaumsetzen) gepflegt. Hierbei setzen die unverheirateten Männer des Dorfes ihren Freundinnen, als Sinnbild für die Fruchtbarkeit der Natur, eine mit buntem Kreppband geschmückte Birke. Am Baum wird ein sogenanntes Maiherz aus Holz befestigt, dass den Namen der Angebeteten und eventuell einen Liebesspruch trägt. Nach einem Monat wird der Baum von dem, der ihn gestellt hat, wieder abgeholt. Als Dank erhält der Aufsteller von der so Gefreiten einen Kuss. Manchmal gibt es auch von der Mutter einen Kuchen, vom Vater einen Kasten Bier und von der Auserwählten den erhofften Kuss.

Der Brauch des Mailehens wird in Vilich-Müldorf jedoch, nach der Auflösung des Junggesellenvereins, nicht mehr fortgeführt. Der Brauch reicht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Nach dem setzen des Dorfmaibaums trafen sich die organisierten Junggesellen des Dorfes zu einer Versteigerung der ledigen Mädchen (ab 16 Jahren) und Frauen. Vor der Versteigerung war es den Junggesellen möglich, „ihre” Braut freizukaufen um zu verhindern, dass sie von einem anderen ersteigert wurde.
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Die Frau, für die das höchste Gebot abgegeben wurde, wurde zur Maikönigin gekürt. Der, der das höchste Gebot abgeben hatte, wurde zum Maikönig. Die Junggesellen, die hei der Ersteigerung erfolgreich waren, hatten daraufhin ihrem Mailehen noch in derselben Nacht einen Maibaum zu setzen und der Familie der Frau am nächsten Tag eine Antrittsbesuch zu machen. Zu den weiteren Pflichten gegenüber der ersteigerten Maibraut gehörten der wöchentliche Besuch, die Einladung zum Maiball sowie zu allen anderen Tanzveranstaltungen (z. B. Kirmesball, Erntedankfest) und ein höfliches gesittetes Benehmen. Eine gewählte Maipolizei wachte über die Einhaltung der Vorschriften. Das Maikönigspaar hatte zusätzlich die Aufgabe, das Dorf bei auswärtigen Veranstaltungen zu repräsentieren. Im Jahr 2004 kam es zu einer kurzzeitigen Wiederbelebung des Brauchs in leicht abgewandelter Form; Es wurde über einige Jahre hinweg ein Kindermaikönigspaar gewählt.

# Artikel erstellt am: 21/03/2010
# Letzte Änderung: 21/12/2010
# © Axel Kirch; vilich-mueldorf.akirch.de

  
 

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